„Black and White“ bringen afrikanische Musik an das Schulzentrum (14.12.2004)

 

“Jambo, Jambo! Habari gani? Hakuna matata!” Mit diesen fremd lautenden Worten in der Sprache Suaheli, die in vielen Staaten Ostafrikas gesprochen wird, begrüßte die afrikanisch – europäische Band „Black and White“ das Konzertpublikum am Schulzentrum zu ihren beiden Konzerten. Die Worte bedeuten so viel wie: „Hallo! Wie geht es Euch? Alles O.K.!“ Eingeladen waren alle interessierten Kinder und Jugendlichen der Realschule, des Gymnasiums und der Hauptschule am Schederweg. Ca. 650 SchülerInnen folgten am vergangenen Dienstag morgen der Einladung.

In zwei mal 90 min faszinierten die Musiker mit mitreißenden Rhythmen und einzigartigen Trommeleinlagen ihr junges Publikum. Kaum ein Zuschauer blieb da auf seinem Sitz. Dabei machte die Gruppe einen Streifzug durch die Musik des afrikanischen Kontinents. Musikeinlagen mit traditionelle Tanzrhythmen aus Uganda reizte etliche Schüler, auf der Bühne mit zu tanzen.

 

Koordinator und Moderator Wolfgang Lieberknecht, einziger Deutscher der Gruppe aus Hanau bei Frankfurt erzählte zwischen den Liedern immer wieder schülernah vom afrikanischen Kontinent: „Die ersten Menschen lebten in Afrika! Ihr stammt von den Afrikanern und Afrikanerinnen ab, die es bis nach Meschede geschafft haben.“ 

Sängerin und Tänzerin Hedwig Nsambu aus Uganda erzählte mit Bildern von ihrem Heimatland Uganda.

Etliche SchülerInnen griffen zwischen den beiden Konzerten selbst zur Trommel: Ivon Gizalahamba-Ndula (Kongo-Kinshasa), und Alexandre Pedro Da Conceicao Kukele (Angola) machten sie vertraut mit heimischen Trommelrhythmen.

Zwischen den beiden Konzerten hielt Wolgang Lieberknecht für die 9. und 10. Stufe der Realschule einen Vortrag über europäisch-afrikanische Beziehungen. In einem Streifzug durch die afrikanische Geschichte, angefangen bei der Wiege der Menschheit, afrikanischen Königreichen über Sklavenhandel und die Kolonialzeit der Europäer bis hin zur Thematisierung heutiger Beziehungen von Europa zu Afrika gelang es ihm anschaulich, den SchülerInnen ein Bild von den komplizierten Wechselwirkungen deutlich zu machen.

Der Auftritt von „Black and White“ bildet den vorläufigen Höhepunkt und Abschluss der „Afrika-Wochen“ an der Städtischen Realschule, in denen ein Großteil der Kollegen in ihren Unterrichtsfächern den afrikanischen Kontinent und besonders Uganda (Ostafrika) mit all seinen Facetten zum Thema machten.

Christine Rochus, Organisatorin des Konzerts an der Städtischen Realschule, will mit dem Auftritt von „Black and White“ den SchülerInnen den schwarzen Kontinent näher bringen. „ Die Schüler sollen neugierig werden auf die Vielfältigkeit Afrikas und lernen, dass zwischen ihrem eigenen Leben und afrikanischen Ländern mehr Verbindungen bestehen, als sie wissen.“

Die Gruppe „Black and White e.V.“ versteht sich als Völkerverständigungsgruppe, die Schulen besucht, um Schülern und Schülerinnen Afrika durch ihre Konzerte näher zu bringen. Alle vier afrikanischen Musiker teilen ein gemeinsames Schicksal: Sie alle sind Kriegsflüchtlinge, die durch ihre Arbeit beim gemeinnützigen Verein „Black and White“ e.V. vor einer Abschiebung geschützt sind. Koordinator Wolfgang Lieberknecht äußerte die Hoffnung, mit diesem ersten Konzertauftritt in unserer Region den „Großraum Sauerland“ für die Musik seiner Gruppe zu öffnen. Wer mehr zur Gruppe wissen will oder sie engagieren will, kann im Internet nachlesen unter
www.blackandwhite-schwarzundweiss.de.

Sicher ist jedenfalls, dass die heimische Weihnachtsmusik dieser Woche in der einen oder anderen Familie durch afrikanische Klänge untermalt wird, die interessierte SchülerInnen auf CD erstehen konnten.

 

 

 

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