Was ist ein Tsunami?
Das Wort "Tsunami" stammt aus
dem Japanischen und ist ein Fachbegriff für Wellen mit extrem großer
Wellenlänge, die durch plötzliche Verdrängung von Wasser ausgelöst werden. Ein
Tsunami kann verschiedene Ursachen haben: Erdbeben, Erdrutsche, Vulkanausbrüche,
Nuklearexplosionen und Meteoriteneinschläge. Die bei weitem häufigste Ursache
sind heftige Erdbeben, und daher wird auch der Zirkumpazifische Raum am
häufigsten von ihnen heimgesucht.
Solange ein Tsunami den tiefen Ozean durchquert, beträgt die Entfernung von
Wellenkamm zu Wellenkamm 150 km oder mehr. Die Amplitude erreicht lediglich
wenige Dezimeter. Daher ist die Welle auf dem freien Ozean kaum wahrnehmbar.
Ihre Geschwindigkeit kann 1000 km/h erreichen, so daß die Flutwelle innerhalb
weniger Stunden den Pazifik überqueren kann. Erreicht der Tsunami die flacher
werdenden Küstengewässer, so nimmt die Geschwindigkeit der Welle ab und die
Amplitude vergrößert sich. Die Küstenform - vorgelagerte Inseln oder
Flußmündungen und Buchten - beeinflussen die Gestalt des Tsunamis weiter. Er
äußert sich als mehrere schnell ansteigende und wieder fallende Fluten, als eine
Serie sich brechender Wellen oder in seltenen Fällen als eine einzige mächtige
Flutwelle mit einer steilen, sich brechenden Front. In Ausnahmefällen können
Tsunamis Höhen von 30 m erreichen und haben dann unvorstellbare
Zerstörungskraft.
Im
Bereich des Pazifiks ereignen sich im Durchschnitt zwei zerstörerische Tsunamis
im Jahr. Tsunamis, die den gesamten Pazifik betreffen sind selten, sie treten
durchschnittlich alle zehn bis zwölf Jahre auf.
Bei starken Erdbeben im pazifischen Raum ergeht automatisch eine Tsunami-Warnung
an die Anwohner der Küste. Sie werden aufgefordert höheren Grund aufzusuchen.
Die Vorwarnzeit beträgt je nach Entfernung zum Erdbebenherd wenige Minuten bis
einige Stunden.